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Šumperk

Šumperk (Mährisch Schönberg) entstand im Laufe des 13. Jahrhunderts auf dem landesherrlichen Gebiet, höchtswahrscheinlich im Zusammenhang mit der Gewinnung von Edelmetallen. Über die Bedeu tung der Stadt und die hervorragende wirtschaftliche Lage zeugt die Tatsache, daß sich hier der Orden des Hl. Dominik niederließ, der sich im Mittelalter nur in bedeutenden und ökonomisch sehr starken Städten aufhielt.

Die Stadt war praktisch immer den führenden böhmischen und mährischen Adelsgeschlechten verpfändet. Im 14. Jahrhundert waren es das Geschlecht der Herren von Lipá, im 15. Jahrhundert wechselten in schneller Folge z.B. die Herren von Kunštát, von Lobkovic, von Wallenstein und von Cimburk. Ab und zu geriet die Stadt in direkten Besitz des Landesherrn zurück. So war das auch im Jahr 1391, als die Stadt bedeutende Rechte vom mährischen Markgrafen Jost erwarb. Die Entwicklung von Handwerk wurde hauptsächlich durch das Meilenrecht sichergestellt, 68 Stadtbürger wurden mit dem Bräu- und Schankrecht belohnt.

Die Besetzung durch das hussitische Heer um 1424 überstand Stadt ohne größere Katastrophe. Im Laufe des 15. Jahrhunderts entstanden zwei Zünfte - Tuch- und Leinenzunft, die in der Weiterentwicklung der Stadt eine Schlüsselrolle spielten. Eine größere Prosperität von Mährisch Schönberg wurde daran gehindert, daß die Pfandbesitzer in der Stadt bis auf Ausnahmen nicht residierten. Die Situation änderte sich auch mit dem Kommen der Herren Tunkel von Brníčko am Ende des 15. Jahrhunderts nicht. Während ihrer Herrschaft wurde Mährisch Schönberg zum Zeugen von zwei Ereignissen, die über den regionalen Rahmen hinausgingen. Im Jahr 1490 fand im Schönberger Schloß das Treffen der führenden Vertreter des mährischen Adels mit den Vertretern der schlesischen Stände, um die Frage der Unterstützung von Vladislav Jagellon bei der Kur des böhmischen Königs zu verhandeln. Das andere Ereignis ging in die Lehrbücher des Geschichtsunterrichts als erste Empörung der Untertanen gegen die Obrigkeit in den böhmischen Ländern überhaupt ein.

Die Nachfolger der Tunkel, die Zierotiner, gewannen Mährisch Schönberg um 1505 in ihren Dauerbesitz. Die Untertänigkeit schadete der Stadt anfangs nicht. Die Stadt blühte insbesondere unter Petr von Zierotin. Nach dem zerstörenden Brand im Jahr 1513 ließ der Zierotiner das Kloster mit der Kirche und den Dekandom erneuern und leitete eine der größten Bauaktionen in der Geschichte der Stadt - Aufbau der steinernen Stadtmauer - ein. Die Prosperität der Stadt fand im steigenden Selbstbewußtsein der Bürger ihren Niederschlag. Nach mehrjährigen Bemühungen gelang es ihnen, den Zwiespalt zwischen den Zierotinern auszunutzen, und kauften sich 1562 in die Botmäßigkeit des Herrschers los und gewannen die Stellung der freien königlichen Kammerstadt.

Trotz großer Verschuldung und mehrmaliger Katastrophen, die Mährisch Schönberg betroffen haben (Pestseuchen in den Jahren 1571-1572 und 1582 und katastrophales Hochwasser in 1591), bedeutete die 2. Hälfte des 16. und der Anfang des 17. Jahrhunderts einen der Höhepunkte des Aufschwungs und der Prosperität für die Stadt. Die Holzquartiere wurden immer öfter von gemauerten Häusern abgelöst. Die Stadt verfügte über Wasserleitung und Kanalisation und einige Straßen waren gepflastert.

Die vielversprechende Entwicklung wurde von den Ereignissen nach der Schlacht am Weißen Berg gestört. Mährisch Schönberg verlor wegen der Teilnahme am Standesaufstand die frühere Position und wurde zum sog. Schutzstadt der Liechtensteiner. Die neuen Besitzer gliederten die Stadt in die Domäne Ruda ein, wo sie bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts blieb. Das 17. Jahrhundert bedeutete für Mährisch Schönberg eine Kette von unendlichen Tragödien. Im Jahr 1733 verbot Karel von Liechtenstein die evangelische Religion definitiv, und die Protestanten sollten von der Stadt ausgewiesen werden. Die Rekatolisierung stieß lange Jahrzente auf starken Widerstand, der anfangs auch vom herrschenden Dreißigjährigen Krieg gefördert wurde. Die Bürger verloren jedoch zuallerletzt die Illusionen über den Befreiungscharakter der antikaiserlichen Armeen.

Der kurze Aufschwung von Mährisch Schönberg nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde durch den Brand der Stadt unterbrochen, der am 7. Mai 1669 ausbrach und während 4 Tagen praktisch die ganze Stadt zerstörte. Kaum sich die Bewohner erholten, wurde die Stadt von der nächsten Tragödie betroffen. Aus der Domäne Groß Ullersdorf breiteten sich die Hexenprozesse hinter ihre Mauer aus, denen während mehr als 15 Jahren fünfzig führende Stadtbürger zu Opfer fielen. Unter ihnen auch der Schönberger Dekan Kryštof Alois Lautner. Der nächste schwere Schlag für die Stadt bedeutete die Pestseuche, von der die Stadt in den Jahren 1714-1715 betroffen wurde.

Mährisch Schönberg war für die Liechtensteiner eine bedeutende Einnahmenquelle, und so behielt die Stadt mehrere Privilegien bei. Entscheidende Rolle spielte die Textilproduktion. Die erste Geige wurde von den Leinwebern gespielt, die im Jahr 1708 das Privilegium für die Herstellung von speziellen Stoffsorten - Mesolan und Barchent - vom Kaiser Joseph I. gewannen. Die Leinweber konnten auch Damast, Plüsch, Samt und später auch Manchester herstellen. Die wichtigsten Produkte waren jedoch verschiedene Tripsorten, die in den Nachbarländern keine Wettbewerber hatten und wurden somit zu einem günstigen Exportartikel.
Die Beendigung des Monopols und die bestehende veraltete handwerkliche Produktionsweise brachte die Stadt am Ende des 18. Jahrhunderts zur Wirtschaftskrise. Logischerweise stellte sich die Entwicklung der Manufakturproduktion ein. Weltberühmt auf diesem Gebiet wurde die Klapperoth-Manufaktur zur Herstellung von Manchester, die erste eigener Art in der österreichischen Monarchie und eine der ersten auf dem europäischen Festland. Im Jahr 1841 wurde in Mährisch Schönberg 30 % sämtlicher mährischer Leinenproduktion für die ausländischen Märkte hergestellt. Ein Jahr später wurde hier die erste mechanische Leinenspinnerei in Mähren in Betrieb genommen.

Die Industrierevolution bedeutete vor allem einen großen Bevölkerungszuwachs. Die beachtenswerte Entwicklung der Stadt wirkte sich auch im Ausbau der Stadt aus. Um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts entstand eine Reihe von prunkvollen öffentlichen sowie privaten Residenzen, die von führenden Architekten der Monarchie projektiert wurden. Mährisch Schönberg wurde für seine schöne Bauart "Kleines Wien" genannt.

Nach dem ersten Weltkrieg akzeptierte die vorwiegend deutsche Bevölkerung Schönbergs die Gründung der Tschechoslowakischen Republik und bekannte sich zum separatistischen Gebiet - dem sog. Sudetenland. Die Besetzung der Stadt durch die tschechoslowakische Armee am 15. Dezember 1918 beendete diese kurze Episode. Die Zwischenkriegsentwicklung der Stadt verzeichnete Gründung von einigen neuen Industriezweigen. Die größere Stadtentwicklung wurde von der Wirtschaftskrise gedämpft, sodaß die Konjunktur vom Ende des 19. Jahrhunderts nicht wieder kam.

Das beträchtlich deutsche Gepräge der Stadt veränderte sich nach dem zweiten Weltkrieg, als die Mehrheit der Bevölkerung ausgesiedelt wurde. Über die Weiterentwicklung der Stadt zeugt jedoch die Zunahme der Bevölkerungszahl, die sich bis zum Jahr 1991 im Vergleich mit der Vorkriegsperiode fast verdoppelte - bis auf 30 422 Bewohner. Mährisch Schönberg ist der Sitz des Bezirksamtes, das seit 1960 auch das Gebiet des ehemaligen Bezirks Zábřeh (Hohenstadt) verwaltet und bis 1995 auch das Gebiet des Bezirks Jeseník (Freiwaldau) verwaltete.


(zpracoval Mgr. Drahomír Polách)

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